aa Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis
Evangelische Kirchengemeinde St. Tönis

Erstes internationales Konzert des Posaunenchores

Peter Schutte, Mai 2012

Vom 13. bis zum 16. April fuhr der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde St. Tönis auf Einladung unserer Partnergemeinde Järva-Jaani nach Estland, um dort mit dem einheimischen Posaunenchor gemeinsam ein Konzert zu geben.

 
Freitag landeten wir nachmittags in Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Schon beim Landeanflug waren noch kahle Bäume, gefrorene Seen und Schneeflecken in den Schattenflächen erkennbar, die darauf hinwiesen, dass in Estland die Natur lange nicht soweit ist wie bei uns. Am Flughafen wurden wir von Tönno, dem Pfarrer der Nachbargemeinde von Järva-Jarni abgeholt. Diese Gemeinde hat einen kleinen Bus, und Tönno konnte sehr gut Deutsch, deshalb bot es sich an, dass er uns die ca. 100km zum Ort Paide im Herzen Estlands fuhr. Dort angekommen besichtigten wir eine alte Burgruine des Schwertritter-Ordens.
 
Nach dieser sehr aufschlussreichen Geschichtstour, wurden wir von der Pfarrerin Katrin Melders in ein nahe gelegenes Restaurant zum Abendbrot eingeladen. Anschließen ging es zu unserer Unterkunft in Järva-Jarni. Wir waren im Pastorat der Gemeinde untergebracht wo einige Räume als frisch renovierte Gästezimmer auf uns warteten. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Pfarrerin Katrin Melders und Vorstellung der Hausangestellten stand uns der Abend zur freien Verfügung und wir nutzten ihn, um noch einmal ausgiebig die Stücke des Konzertes zu üben.
 
Am Samstag ging es um 8.00 Uhr Ortszeit (7.00 Uhr unserer Zeit) zum Frühstück, nach der Probe ging es zu einer alten Burg in Rakvere welche ebenfalls von den Brüdern des Schwertritter-Ordens im 13. Jahrhundert errichtet worden war. Dort bekamen wir bei eiskaltem Wind und viel matschigem Boden ein echtes Gefühl wie es gewesen sein muß im Mittelalter zu leben. Nach einem Mittagessen in einer sehr urigen alten Poststation ging es zu einem der deutschen Herrenhäuser. Dort bekamen wir einen Einblick in Lebensweise der Deutschen Großgrundbesitzer in Estland, deren Tatkraft viel zur Entwicklung des Landes beigetragen hat.
 
Im Kulturhaus von Järva-Jaarni wartete schon der einheimische Posauenchor. Nach der gemeinsamen Probe stieg die Nervösität und der Saal füllte sich. Um 19.00 Uhr Ortszeit war es dann endlich soweit und beide Chöre eröffneten mit einem gemeinsamen Musikstück das Konzert. Wir spielten abwechselnd Stücke aus der Klassik, dem Jazz und der Pop-Musik bis wir gemeinsam mit dem Madrigal von Hans Leo Häßler das Konzert abschlossen. Nach reichlichem Beifall ging es zur gemeinsamen Feier mit dem örtlichen Posaunenchor zurück in das Pastorat und wir verlebten ein vergnüglichen Abend.
 

Am Sonntag begann der Tag um 8:30 mit einem reichhaltigen Frühstück. Danach hatten wir noch eine kurze Probe bevor wir uns in die Kirche begaben. Die Kirche von Järva-Jaarni stammt wie viele Kirchen dieser Region aus der Zeit der Christianisierung. Bei Außentemperaturen von ca. 12°C und einer Temperatur in der Kirche von 4,5°C war glich das Betreten der Kirche einem Schritt in den Kühlschrank. Wir nahmen in der ersten Kirchenbank platz und spielten zum Einzug der Pfarrerin unser erstes Stück. Der Gottesdienst wurde natürlich in Estnisch gehalten mit kurzen Passagen in Deutsch vorgetragen von unserem Posaunenchormitglied Daniel. Es war interessant das Glaubensbekenntnis in Estnisch abzulegen, was wir konnten weil wir zu Beginn des Gottesdienst ein Faltblatt mit den Texten der Lieder und Liturgie erhalten hatten.

Den Gottesdienst begleiteten wir indem wir zu den Chorälen und auch zum Auszug aus der Kirche spielten. Nach dem Gottesdienst war ein Mittagessen mit den Gemeindemitgliedern und Kirchenbesuchern im Pastorat vorbereitet worden. Wir hatten dabei die Gelegenheit uns mit den Gemeindemitgliedern zu unterhalten und viel über das Leben in Estland zu lernen. Erstaunlich viele Esten die wir trafen sprachen ein sehr gutes Deutsch, so daß die Verständigung keinerlei Probleme aufwarf. Dann brachen wir zu einem Spaziergang zu einem „verrückten“ Autosammler auf.

 
Inmitten seines wirklich imposanten Fahrzeugpark von überwiegend Nutzfahrzeugen stand ein Kettenfahrzeug, dass auf dem Deck mit Passagiersitzen und einem Überrollbügel ausgestattet war. Mit diesem Fahrzeug ging es in das Gelände. Die Fahrt mit der Bewältigung von extremen Steigungen und Abfahrten war besser als jede Achterbahnfahrt.
 
Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach Tallinn. Es war sehr aufschlussreich von Einheimischen durch die Stadt geführt zu werden, welche die verborgenen Kostbarkeiten des Ortes kennen, die jenseits der üblichen Touristenpfade liegen. Wir besuchten u.a. die Universität an der Katrin Melders zur Pfarrerin ausgebildet worden war und den Bischofssitz. Nach dem Mittagessen in einem sehr gemütlichen kleinem Restaurant war die Zeit für den Abschied gekommen und wir wurden zum Flughafen begleitet.
 
Wir sind alle der Gemeinde Järva-Jaarni sehr dankbar, dass wir die Einladung zu einem Konzert erhalten haben. Die Pfarrerin, der Pfarrer der Nachbargemeinde und die Gemeindemitglieder kümmerten sich herzlich und sehr liebevoll um uns. Das Konzert und das anschließende Spielen im Gottesdienst und dem Pastorat hat sehr viel Spaß gemacht. Das Rahmenprogramm war fantastisch und die Fahrt durch das Gelände werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

 

 

 


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